Nase voll von Dosenravioli?

7. Mai 2012 1 Kommentar

Ok, ok, das letzte (und auch das erste) Dosenravioli wurde bei uns vor gefühlten 20 Jahren beim Campen geöffnet. Und ich will dem Gericht auch gar nicht an den Karren fahren, spielt es doch im erwachsen werden der meisten von uns eine nicht unbeträchtliche Rolle.

Aber seien wir mal ehrlich, unterwegs beschränkt sich die Menüauswahl doch eher auf einfache und schnelle Gerichte. Nudeln mit Soße – der Klassiker. Geht auf dem mehrflammigen Gaskocher genauso gut, wie auf dem kleinen Spiritusbrenner.

Doch es geht auch anders.

Filets im Speckmantel

Bei Camp-Cook.com gibt es eine outdoor cooking Bibel als pdf zum download. Allerlei Köstlichkeiten auf 570 Seiten. Nun wird nicht jeder einen Dutch Oven mit auf Touren nehmen, aber ein paar Anregungen kann man sich dennoch holen.

Ich würde ja schon gerne mal die neidischen Blicke der Zeltnachbarn sehen, wenn der köstliche Duft von leckeren Rouladen über den Platz weht…

Heult doch! – Willkommen in der Realität, Geocaching…

5. Mai 2012 11 Kommentare

Geocaching ist ein Hobby, ein schönes Hobby! Es spielt auch in meiner Freizeitgestaltung eine Rolle und ich wünschte, dass es dies noch eine Weile spielen wird. Im Juli 2007 haben wir unsere erste Dose gefunden und es folgten bis jetzt mal mehr und mal weniger Cache-intensive Zeiten. Mit aktuell knapp über 600 Funden zähle ich mich hier auch eher zu den Genußcachern – was immer das auch bedeuten mag.

Wenn ich nun auch nicht so lange mitspiele, wie einige andere, gehe ich aber dennoch davon aus, noch in den “guten” Jahren angefangen zu haben. Demnach hätte ich auch allen Grund, ob der Veränderungen unseres Hobbies, in Wehklagen auszubrechen.

Ein Realitätsabgleich ist nötig!

Die Mär vom Spiel im Geheimen ist entgültig vorbei. Wir sind halt nicht mehr nur ein paar Hansel, die sich mit einem GPSr auf Dosensuche begeben und wenn Muggels vorbeikommen, selbiges verstecken oder sich ans Ohr halten. Geheim schon deshalb nicht mehr, weil Geocaching in den Medien mittlerweile omnipresent ist. Sei es durch Blogs (ja, auch durch meinen Blog), durch Werbung und dedizierte Berichterstattung in Printmedien. Und nicht zuletzt duch die zahlreichen Berichte, wo die Geocacher überall stören, Verwüstungen hinterlassen oder Gesetze verletzen.

Wieviele Geocacher gibt es eigentlich in Deutschland? Der Spiegel geht im Jahre 2009 von ca. 25000 aktiven Geocachern in Deutschland aus. Ich würde mal vorsichtig schätzen, dass wir mittlerweile die 100.000er Marke locker übersprungen haben. Nicht alle dieser Cacher sind sicherlich übermässig aktiv, also lasst uns mal von 25000 – 30000 regelmässigen Geocachern ausgehen.

Es ist doch schlichtweg eine Illusion, dass man bei derartigen Massen und bei soviel Präsenz weitermachen kann wie bisher. Willkommen in der Welt der Regularien und in einer Welt, in der nicht jeder unseren Enthusiasmus teilt. Willkommen in der Realität!

Unser Hobby muss sich halt anpassen und damit müssen auch wir uns anpassen. Und damit meine ich nicht das sture hinnehmen von vorschnellen Beschränkungen und Anschuldigungen, sondern das Aktzeptieren der Tatsache, dass sich Geocaching als Spiel auch an Gesetze und Regelungen zu halten hat! Ich will jetzt hier keine Paragraphen zitieren, das überlasse ich dann doch den Kollegen, die entweder über Ahnung oder Zeit und Muße verfügen. Als Stichworte sollten hier nur Naturschutzgebiete, Lost Places und Hausfriedensbruch dienen.

Geocaching – ein Hobby wie andere auch

Ich würde gerne mal ein paar Parallelen aufzeigen. Und das bei Sportarten, die dem einen oder anderen Geocacher durchaus vertraut sein dürften.

Schauen wir uns doch mal die Welt der Wildwasserpaddler und der Kletterer an. Beide Sportarten werden sicherlich von ihren Betreibern als hipp und trendy angesehen und bieten ebenso wie das Geocaching die Möglichkeit zur Betätigung in freier Wildbahn und die Aussicht auf das eine oder andere Abenteuer.

Der Unterschied ist, dass die Paddler und die Kletterer die Transformation, die uns als Cacher noch bevorsteht, bereits hinter sich haben. In der Welt der Paddler und Kletterer sind Einschränkungen und Regeln durchaus an der Tagesordnung. Und auch hier gilt, dass eine gewisse Selbstkontrolle bzw. Selbstbeschränkung weiteren Verboten durchaus entgegenwirken kann.

Während der kletternde Geocacher anscheinend glaubt, sich überall betätigen zu können, sehen sich die Kletterer recht umfassenden Beschränkungen ausgesetzt. So ist es in NRW nur an wenigen Stellen möglich, hochoffiziell an Felsen zu klettern. Selbst Klettergebiete, die seit den Anfängen des Kletterns genutzt wurden, sind im Laufe der Neuzeit aus Naturschutzgründen ganzjährig gesperrt worden. Ein Blick auf die Fels-Info des DAV zeigt die ganze Bandbreite an kompletten Sperrungen, saisonalen Beschränkungen zum Beispiel aufgrund von Nistperioden und Sperrungen wegen unklaren oder eben auch glasklaren Besitzverhältnissen.

Na, wer erkennt hier schon Parallelen zum Geocaching?

Nächstes Beispiel – Wildwasserpaddeln. Ich behaupte mal, dass es in Deutschland viel weniger Wildwasserpaddler, als Geocacher gibt. Dennoch sind die Paddler seit langer Zeit im Visier von Naturschützern. Die Paddler stören nämlich durch ihre Aktivitäten die Laichgebiete der Fische. Und das wiederum stört die Angler. Manchmal habe ich das Gefühl, daß des Cachers Jäger, des Paddlers Angler ist.

Besonders verwerflich ist natürlich das Betreten der Uferböschungen zum Zwecke des Ein- und Ausstiegs.  Beispiel gefällig? Nehmen wir die Prüm in der Eifel und dort den als Irreler Wasserfälle bekannten Abschnitt. Ein über die Region hinaus bekanntes Kleinod an Wildwasserperle. Hier wurden die Kanuten ganz offen als Feindbild erkannt und massiv angegangen. Das Ergebnis sieht man hier - klare Beschränkungen bei Androhung von Strafen bis zu 50000€.

Und ich zähle jetzt nicht die vielen Gewässer auf, die sowieso zum Zwecke des Naturschutzes ganzjährig und vollständig gesperrt sind.

Sicherlich gibt es auch bei den Kletterern und den Paddlern Zeitgenossen, die sich den einen oder anderen Banditrun gönnen. Über die Konsequenzen sollte man sich dann im Klaren sein. Sowohl die persönlichen Konsequenzen, wenn man zur Kasse gebeten wird (oder das Boot konfiziert) oder wenn aufgrund einiger unbelehrbarer die Zügel noch enger gezogen werden.

Hilft ein Verein?

Ich denke nicht. Die Beispiele vorab zeigen, dass auch große Vereine wie der Deutsche Kanu Verband oder der Deutsche Alpenverein keinen Freibrief für Wildwuchs bedeuten. Wir werden einfach das Geocaching von vor fünf Jahren nicht mehr erleben – nicht mit und auch nicht ohne Geocaching-Verband. Ein Verein könnte höchsten die Kontaktaufnahme mit den Cachern vereinfachen und als Anlaufstelle für Anfragen und strittige Themen dienen. Ein solcher Verein würde sicher nicht stören. Gründungsmitglied werde ich sicher nicht.

Wohin des Weges?

Ich bin also Geocacher, Paddler und Kletterer und freue mich über jede Minute, die ich bei diesen Aktivitäten in der Natur verbringen kann. Und nun bin gerade ich ein Zerstörer eben jener Natur und darf mich in ihr nicht frei bewegen? Sind die Alternativen dann Kletterhallen oder künstliche Wildwasserstrecken? Ganz sicher nicht! Im Übrigen habe ich mich schon im Sommer 2009 zu dem Thema ausgeheult.

Um es noch einmal klar zu stellen – die vielen Einschränkunegn und Regularien gehen wir gehörig gegen den Strich! Auf der anderen Seite muss auch ein Spiel wie das Geocaching – wie andere Sportarten – sich ab einer kritischen Masse in punkto Spieler und Cachedichte ins Gefüge einordnen. Und in diesem Prozeß befinden wir uns.

Ich für meinen Teil werde mir den Spaß an der Dosensuche nicht nehmen lassen. Dafür macht das alles viel zu viel Spaß und ich habe viel zu viele extrem nette Leute über das Cachen kennengelernt. Aber ich habe auch zwei Augen im Kopf und sehe, dass Veränderungen anstehen. Veränderungen, die nicht jedem passen und auch das eine oder andere Schmankerl verderben. Aber wat mut, dat mut…

Also, heult doch. Oder habt einfach weiterhin Spass am grossartigen Hobby und seht zu, dass der Ruf der Geocacher durch sinnlose Aktionen nicht noch weiter ruiniert wird!

Lagerfeuergeschichten 4 – Zimbabwe

6. April 2012 Keine Kommentare

Während des Studiums, 1996 um präzise zu sein, bereisten wir zu zweit Zimbabwe. Wir hatten einen groben Plan im Kopf, der lediglich von den gebuchten Flügen von und nach Johannisburg zeitlich begrenzt war. Ansonsten wollten wir in den vier Wochen viel sehen, viel erleben und natürlich das eine oder andere Abenteuer erleben.

Für den Besuch des Hwange National Parks hatten wir uns einen Mietwagen genommen. Irgend so einen Toyota – einen Corolla vermute ich. Im Nationalpark bedeutete der Wagen Flexibilität, denn wir wollten uns nicht dem Regime von geführten Touren unterwerfen.

In einer abgelegenen Ecke passierte es dann – beim Wenden fuhren wir uns im lockeren Sand eines trockenen Flußbettes fest. Und das ausgerechnet im ausgewiesenen Löwengebiet. Nun weist der gemeine Corolla-Mietwagen keine umfangreiche Bergeausrüstung auf, so dass wir schliesslich mit einer alten Wurzel zur Tat schritten. Und das in angemessener Arbeitsteilung. Einer gräbt und der andere hält nach Löwen Ausschau.

Einmal ausgraben bitte...

Wir merkten bald, dass wir uns hier in einer nur selten besuchten Ecke des Nationalparks befanden. Kein Geländewagen kam vorbei, um uns mal eben aus dem Sand zu ziehen. Keine Ahnung, wie lange die Aktion gedauert hat. Eine Stunde, zwei? Wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Doch schliesslich haben wir uns frei gekämpft. Ohne Löwen.

Wahrscheinlich zeigte sich bei mir hier schon eine gewisse Tendenz zum Offroad fahren.

Wo wir gerade beim Thema sind… Ein paar Tage später – wir waren mittlerweile nach Kariba am gleichnamigen Staudamm weitergezogen, haben wir eine Overnight Safari gebucht. Mein Tagebuch erzählt von wilden Ausfahrten mit dem Geländewagen an die ich mich nicht so recht zu erinnern vermag. An die Löwen schon. Es waren die einzigen, die wir in den vier Wochen zu Gesicht bekommen sollten.

Was mir in Erinnerung geblieben ist, ist der Paddelausflug auf dem Zambezi unterhalb des Staudammes. Wir waren nunmehr nur noch zwei Gäste und es sollte in Kanus auf den Fluß gehen. Bei der Einweisung hieß es dann “Don’t worry”, aber wenn wir kentern, bleibt auf jeden Fall beim Boot. Hier sind überall Krokodile. Aber gefährlicher als die Crocs sind die Hippos, die Flusspferde. Regelmässig standen die Guides im Boot auf, hielten Ausschau und versuchten durch Klopfen mit dem Paddel die Hippos zum Auftauchen zu bewegen.

Hippos in Sicht

Und wir haben viele Hippos gesehen. Aber alle liessen sich von uns nicht stören. Durch die lautlose Fortbewegung mit dem Kanu scheuchte man auch das eine oder andere Krokodil auf, welches dann kurz vor dem Boot ins Wasser flüchtete. Spannend war die Fahrt also durchaus.

Für die Nacht landeten wir an einer Insel an. Die Schlafplätze bestanden aus einer Matte, einem Schlafsack und einem Moskitonetz, welches durch das Paddeln in der Höhe gehalten wurde. Und hier diente das Moskitonetz nicht mal so sehr als Schutz gegen – nun ja – Moskitos, sondern eher gegen Hyänen. Durch das Moskitonetz erschienen wir größer als wir waren und in der Theorie sollte dies die Biester abschrecken.

Camp auf einer Insel im Zambezi

Ich kann nicht behaupten, tief und fest geschlafen zu haben. Dafür war der Morgen durch den phantastischen Sonnenaufgang einfach nur traumhaft.

Die Tour ging dann mit dem Motorboot weiter und wir beendeten den Tag auf dem Campingplatz in Kariba. Einem Ort, der für den Bau des Staudammes mitten in der Wildnis erschaffen wurde. Dies führte dann auch dazu, dass hier nicht die wilden Tiere eingezäunt wurden, sondern der Campingplatz. Mit einem Elektrozaun.

Der Trip nach Zimbabwe würde noch die eine oder andere Geschichte hergeben, aber das hebe ich mir für später auf.

Der Dutch Oven ist kein Zaubertopf

29. März 2012 1 Kommentar

Ich will es gar nicht schön reden – auch im Dutch Oven gelingt nicht jedes Gericht. Und die manchmal abenteuerlichen Zutaten oder Portionierungsangaben bieten ebenfalls Raum für abschliessende Kommentare im Sinne von “Na ja, das brauchen wir jetzt nicht noch mal kochen.” Zugegebenermaßen passiert das doch eher selten und die Freude am Dutch Oven ist ungebrochen.

Vor gar nicht langer Zeit habe ich ein Bild getwittert von einem Dutch Oven voller Hähnchenbeine, garniert mit ein paar Zitronenscheiben. Es sollte Zitronen-Knoblauchhuhn geben.

Da sah es noch lecker aus...

4 Zitronen in Scheiben stand im Rezept. Und ordentlich Knoblauch, Kartoffeln und natürlich die Hähnchenbeine. Kartoffeln unten in den Topf, Zitronenscheiben und Knoblauch als ganze Zehen hinzu und darauf die Hähnchenteile. Für die Optik wurden noch die wenigen sichtbaren Zitronenscheiben drappiert. Schliesslich sollen die Keulen ordentlich Oberhitze bekommen und knusprig werden.

Soweit der Plan.

Nach circa zwei Stunden kam der Topf auf den Tisch. Die Keulen sahen lecker aus und saftig. Aber dann kam die Ernüchterung – alles schmeckte gewaltig nach Zitrone. Die Kartoffeln, das Hähnchen, einfach alles. Tapfer wie wir sind, haben wir uns durch den Topf gekämpft – und sind nun wohl auf lange Sicht gegen Skorbut gefeit.

Unser Fazit: “Na ja, das brauchen wir jetzt nicht noch mal kochen.”

Beim nächsten Mal lasse ich einfach die Zitronen weg.

Und die Kartoffeln.

Nur Hähnchen und Knoblauch. Das hatten wir schon einmal und es war super lecker!

Eifelsteig im Winter – Die 3. Etappe

19. März 2012 3 Kommentare

Der Bericht zu unserer zweiten Etappe auf dem Eifelsteig schloß mit den Worten:

In Golbach selbst endet die Tour in einem skurilen kleine Café und genau dort wird die dritte Etappe im nächsten Winter wieder beginnen. Da bin ich mir ganz sicher…

Und genauso sollte es sein. Im Oktober 2011 begannen wir mit den Planungen der Tour und es kristallisierte sich das erste Wochenende im Februar heraus, wo wir mit maximaler Teilnehmerzahl rechnen konnten. Doch mit Beginn des Jahres mischten sich leichte Zweifel in die Vorfreude. Die Tour war als Wintertour geplant und nachdem es im letzten Jahr schon eher herbstlich zuging, war in diesem Jahr eine eher feuchte Wanderung zu befürchten.

Doch es sollte anders kommen…

Der heftige Kälteeinbruch liess uns schon vorab zu der Erkenntnis gelangen, dass für die meisten von uns an diesem Wochenende die Minus-Temperatur-Rekorde gebrochen werden würden und dass wir Gelegenheit bekämen, die Ausrüstung mal ordentlich zu testen.

Mit von der Partie waren diesmal Dietmar, Christian, Burkhard und ich. Robert musste leider kurzfristig die Segel streichen, überließ uns aber netterweise noch sein Zelt. Danke dafür!

Am 4. Februar trafen wir uns in Golbach bei besagtem Café und liessen uns erst einmal mit einer Tasse schwarzen, dampfenden Gebräus am warmen Kaminofen nieder. Doch diese Gemütlichkeit hielt nicht lange, schliesslich wollten wir ja los. Also die Wagen fix an der Kirche abgestellt und die Ausrüstung gepackt. Gegen 10:30 Uhr waren wir abmarschbereit.

Dietmar, Christian, Burkhard & Rene

Das Wetter war super, kalt zwar, aber ein wolkenloser Himmel liess uns die Sonne in das Gesicht scheinen. Wenn ich mich recht erinnere, zeigte das Thermometer so 6 bis 8 Grad minus, als wir los marschierten. Zunächst führte uns der Weg aus Golbach hinaus um dann eine ganze Weile dem Kallbach zu folgen. Die Landschaft präsentiert sich offen und erlaubt weite Blicke. Es liegt nicht viel Schnee – circa fünf Zentimeter würde ich schätzen. Doch diese dünne Schneedecke knirscht herrlich unter den Sohlen bei derartigen Bedingungen. Kennt Ihr das Geräusch auch? Wir philosophieren ein wenig darüber, wie ungleich unangenehmer die Bedingungen sein würden, käme nun auch Wind auf. Aber wir haben Glück. Blauer Himmel, Windstille, mit Freunden unterwegs – ein perfekter Wintertag!

Ein Traum von einem Wintertag

Bald erreichen wir das Kloster Steinfeld. Eigentlich beginnt die offizielle Eifelsteigetappe hier. Aber wir laufen bereits seit Beginn an asynchron zu den Standardetappen. In Steinfeld beginnt Burkhard zu ahnen, dass dieses Wochenende wohl kein Kindergeburtstag sein wird. Wir ignorieren die Verlockungen des Gasthauses und ziehen weiter.

Auch auf diesem Abschnitt des Eifelsteigs gibt es historisches zu entdecken. Doch hier waren es die Römer, deren Hinterlassenschaften man bewundern kann. Zum Beispiel die Überreste einer römischen Wasserleitung, die von der Eifel bis nach Köln führte und die heutige Domstadt bereits 80 n.Chr. mit Wasser versorgte. Auf einer Länge von über 95 Kilometern wies die Wasserleitung ein Gefälle von lediglich 300 Metern auf. Ein bauliche Meisterleistung der Römer.

Am Grünen Pütz kann man recht gut rasten und sich die Überreste der Wasserleitung genauer anschauen. Die Schutzhütte ist recht üppig und bietet eine Grillmöglichkeit. Leider ist es uns noch zu früh, so dass wie auf die Möglichkeit einer Übernachtung verzichten.

Durch Nettersheim laufen wir, ohne grossartig anzuhalten. Was auch heisst, dass wir an allen Kneipen und Dönerbuden vorbei marschieren. Burkhard beschliesst wohl insgeheim, nächstes Jahr eine Wanderung bei einem anderen Anbieter zu buchen.

Kleiner Rucksack-Gewichts-Test

Der Plan sah nun vor, irgendwo zwischen Nettersheim und Blankenheim zu übernachten. Ein geeignetes Plätzchen war dann auch schnell gefunden und wir stellten das Zelt mit beginnender Dämmerung auf. Das Thermometer zeigte -9° Celsius. Die Sonne ging unter, Dunkelheit senkte sich über unser Lager und die Temperaturen fielen noch weiter. Sobald man draussen die Handschuhe auszog, fiel die Kälte über die Hände her.

Das Lager wird errichtet

Schliesslich hockten wir im Vorzelt und widmeten uns der Essenszubereitung. Zwei Gaskocher kämpften mit der Kälte und versuchten Wasser zu erhitzen. Wasser, welches wir für die Trekkingmahlzeiten brauchten. So manche Erkenntnis trifft einen ja unterwegs auf Tour und man fragt sich später, warum einem derartiges nicht schon früher aufgefallen war. Nicht nur, dass die Trekkingmahlzeiten eigentlich ziemlich lecker sind, nein, man spart sich natürlich den Abwasch der verdreckten Töpfe! Gerade bei den Bedingungen vor dem Zelt war sicher jeder froh, nur Wasser gekocht zu haben.

Mahlzeit - und die angenehme Aussicht, dass der Abwasch entfällt

Dietmar zauberte noch eine Flasche Glühwein aus seinem Gepäck, welche wir uns als kleines Betthupferl nicht entgehen liessen. Nachdem die Aktivitäten rund um die Nahrungs- und Genußmittelaufnahme zum Erliegen kamen, bemerkte man, daß die Kälte langsam in die Glieder kroch. Zeit für den Schlafsack!

Ein Blick in die Küche

Das Zelt bot Platz für 4 Personen, aber eben auch nicht mehr. Die Rucksäcke mussten im Vorzelt bleiben und alles, was nicht einfrieren durfte, musste mit in den Schlafsack. Auf jeden Fall gehörten die Trinksäcke mit hinein. Apropos Trinksäcke. Bei derartigen Temperaturen muss man trotz Thermohülle darauf achten, dass nach dem Trinken keine Flüssigkeit im Trinkschlauch verbleibt. Sonst dauert es etwas länger, bis das Eis im Schlauch oder Ventil geschmolzen ist und wieder kostbares Naß in die trockene Wandererkehle fliesst.

Guten Morgen!

Die Nacht war – sagen wir mal – durchwachsen. Aber nicht wegen der Kälte. Christian hatte seine Uhr mit im Schlafsack und das Thermometer zeigte kuschelige 24° Celsius an. Mein Thermometer in der Innenzelttasche kam dagegen auf -11° Celsius. Vielmehr hatte die Hälfte der Zeltinsassen durch unablässiges Schnarchen für einen unruhigen Schlaf gesorgt.

Es war wohl eine frostige Nacht

Doch die aufgehende Sonne weckte auch die letzten Lebensgeister. Oder war es der heisse Kaffee? Garantiert nicht der tiefgefrorene Snickers-Riegel, den ich meinen Zähnen antat. Besser war da schon das labbrige Milchbrot, dass ich auf solchen Touren bevorzuge. Es lässt sich im Rucksack gut komprimieren, ist nicht zu trocken und schmeckt auch nach zwei, drei Tagen noch.

Temperaturen am Morgen

Nachdem das Lager abgebaut wurde und wir sichergestellt hatten, nichts als Eindrücke in unseren Erinnerungen hinterlassen zu haben, setzten wir den Weg fort.

Weiter gehts...

Der Weg ist recht einfach. Auf meist ebenen Wegen geht es immer noch durch eine recht offenen Landschaft. Schliesslich erreichten wir Blankenheim. Der Ort besticht durch seine schicken Fachwerkbauten in der Altstadt, über denen eine Burg wacht. Als Paddler wurden wir allerdings durch die Quelle der Ahr angezogen, die sich inmitten der alten Häuser befindet. Hier also entspringt der Fluß, der uns schon einige schöne Stunden im Boot ermöglicht hat.

In Blankenheim

Auch in Blankenheim wurde nicht eingekehrt, womit sich Burkhard aber mittlerweile wohl abgefunden hatte. (Ich würde trotzdem darauf wetten, dass er nächstes Jahr wieder mit von der Partie ist.)

Burkhard darf nicht einkehren

Nach einigen Kilometern trafen wir auf die Brotpfadhütte. Wir staunten nicht schlecht, als diese Hütte mit einer Tür, dichten Fenstern und Tischdecke aufwartete. Sogar ein Gästebuch lag auf dem Tisch. Natürlich schlugen wir die Möglichkeit einer Rast an dieser Stelle nicht aus. Da der Platz wie geschaffen für einen Geocache war, konsultierte ich kurz das Tragtelefon und siehe da – 17 m bis zur Dose (GC1CG1E – Brotpfad Hütte). Und so konnte ich auch auf dieser Tour den obligatorischen Logbucheintrag im Cache hinterlassen.

Und wir sind schliesslich doch eingekehrt. In Ripsdorf. Am Endpunkt dieser Tour. Dieser Endpunkt ist perfekt für den Start der nächsten Etappe. Im nächsten Winter. Versprochen!

Ripsdorf - Hier fangen wir nächsten Winter wieder an

Als die Wirtsleute uns Wandergesellen sahen, boten sie uns einen Tisch in der Nähe des Kaminofens an. So wie die Tour begann, sollte sie nun also auch enden. Doch diesmal führte die Kombination aus Wärme, vollen Tellern und dem leckeren Eifler Landbier zu spontan einsetzender Müdigkeit.

Jungs, das hat mir wieder extrem viel Spass gemacht! Danke für das Wochenende und ich hoffe, Ihr seid auch nächstes Jahr wieder mit dabei.

Silkbody – Seidenunterwäsche für Draußen

29. Februar 2012 Keine Kommentare

Outdoor-Ausrüstung kaufen bei Bergfreunde.de

Oh mein Gott – jetzt werde ich Unterwäschemodel dachte ich mir, als mir die Bergfreunde anboten, Funktionsunterwäsche von Silkbody zu testen. Doch das Ausprobieren ging dann ganz dezent vonstatten und war natürlich eine schweisstreibende Angelegenheit.

Das Objekt der Begierde ist ein Silkspun Long Sleeve Crew und es kam in der Größe M bei mir an.

Zunächst einmal bekam ich einen gehörigen Schreck, als ich die beiliegende Pflegeanleitung sah. Das Dingen sollte beim und nach dem Waschen offensichtlich wie ein rohes Ei behandelt werden. Nur auf links waschen, im Wollwaschgang bei lauwarmen Temeraturen, natürlich mit Wollwaschmittel. Auf gar keinen Fall mit Waschpulver oder gar Beiche. Das Wasser ausdrücken, nicht wringen stand auf dem Zettel. Und, dass man die Kleidungsstücke im Liegen trocknen sollte. Meine Güte…

Doch die Praxis unterscheidet sich dann doch von der Theorie und in dieser stellen sich manche Dinge als wesentlich einfacher dar. Und gerade dieser Umstand führte letztendlich dazu, dass ich dieses Seiden-Shirt recht schnell zu schätzen gelernt habe.

Ich habe mir nun einige Wochen Zeit genommen und das Shirt bei verschiedenen Gelegenheiten und Aktivitäten benutzt. So leistete das Long Sleeve Crew gute Dienste beim winterlichen Joggen, beim Ski fahren und schliesslich auch bei unserer Winter-Eifel-Tour, über die hier noch gesondert berichtet werden soll.

Das Material

Silkbody – der Name ist natürlich Programm und zeigt schon von vornherein das verwendete Material – nämlich Seide. Und Seide als Naturprodukt hat vielfältige Vorteile bei der Verwendung als Base Layer, welche direkt auf der Haut getragen wird. Zu diesen Vorteilen zählen das geringe Gewicht, die Fähigkeit zur Wärmeregulierung und schliesslich auch die Tatsache, dass Gerüche nicht so schnell aufgenommen werden.

Seide auf der Haut sorgt im Winter für eine wärmende Schicht unter weiteren Lagen des Zwiebelprinzips und im Sommer für eine leichte, atmungsaktive Schicht, die den Körper trocken und kühl hält.

Bei dem getesteten Shirt kam ein Material namens Silkspun zum Einsatz. Silkspun weist ein Gewicht von 125 g/m² auf und besteht aus 72% Seide, 13% Merinowolle und 15% Baumwolle.

Der erste Eindruck beim Anprobieren ist positiv – ein angenehmes Tragegefühl gepaart mit einen enganliegendem Schnitt. Für meine einmeterzweiundachtzig lange, eher schlanke Gestalt ist die Grösse M des Shirts wie gemacht. Allerdings soll die Seide auch zum anfänglichen Einlaufen neigen, wovon ich bisher jedoch noch nichts bemerkt habe.

Der Schnitt, die Aufmachung und die Farbe erlauben es auch, das Shirt im Sommer als alleinige Bekleidungsschicht zu tragen, ohne das Gefühl zu haben, im Unterhemd herumzulaufen.

Silkspun im Einsatz

Die ersten Eindrücke vom Material konnte ich beim winterlichen Jogging gewinnen. Als Base Layer unter einer Laufjacke sollte das Material nun zeigen, was es so auf dem Kasten hatte. Und ich habe mir ordentlich Mühe gegeben, um das Shirt voll zu schwitzen. Auch im feuchten Zustand erhält die Seide ein angenehmes Tragegefühl und vor allem kann ich bestätigen, dass das Material auch am Körper recht schnell trocknet. Dies verhindert ein schnelles Auskühlen nach der Anstrengung, wie es mir zum Beispiel mit anderer Funktionsunterwäsche begegnet ist.

Nun ist man meistens nach einer Joggingrunde sowieso ein Kandidat für die heimische Dusche, so dass der vorab beschriebene Umstand hier nicht so ins Gewicht fällt. Allerdings ändert sich das Blatt gewaltig, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, wie zum Beispiel beim Skifahren und beim Wandern.

Bei beiden Aktivitäten habe ich das Shirt über mehrere Tage getragen (ja, ja, rümpft nur die Nasen – zum Geruchsthema komme ich noch) und habe in den Pausen nicht gefroren, obwohl das eine oder andere Mal der Rücken schon leicht feucht war. Und sei es nur durch den Rucksack oder durch schweisstreibende Bewegungen.

Mit der richtigen Bekleidung macht der Winter gleich viel mehr Spass

Ein großer Vorteil – die Geruchsunempfindlichkeit

Und hier kommen wir nun zu einem der großen Vorteile der Seidenunterwäsche im Outdoorbereich – der Eigenschaft, üblen Gerüchen weitestgehend abweisend gegenüber zu stehen. Meine Erfahrungen mit systhetischen Materialen bei Funktionsunterwäsche waren bisher von zwei wesentlichen Merkmalen gekennzeichnet – Feuchtigkeit wird schnell vom Körper weg geleitet und sie riechen schnell unangenehm.

Und gerade der zweite Punkt ist mir am positivsten beim Seiden-Shirt aufgefallen. Die Geruchsbelästigung hält sich auch nach mehreren Aktivitäten in Grenzen. Hier ist der Unterschied zwischen Seide und Kunstfaser am deutlichsten vernehmbar. Auch nach diversen abendlichen Läufen oder mehreren Skitagen hatte man nicht das Bedürfnis, das Shirt in einer luftdichten Tasche aufbewahren zu müssen.

Und wie ist das nun mit der Pflege?

Alles halb so wild. Wie immer! Genau wie bei den anderen Materialien im Outdoorbereich, wie Softshell oder GoreTex muss man halt ein paar Regeln bei der Wäsche einhalten. So auch bei der Seide. Möglichst schonend waschen und ohne Trockner trocknen lassen. Dann steht einer langen Verwendung bei allen möglichen Aktivitäten draussen nichts mehr im Wege.

Das Fazit

Ich war positiv überrascht von den angenehmen Trageeigenschaften des Seidenshirts. Besonders das schnelle Trocknen und die fehlende Geruchsbelästigung haben es mir angetan. Seit ich das Silkbody Long Sleeve Shirt habe, greife ich immer zuerst zu diesem und die Kunstfasershirts müssen ein wenig länger auf ihren Einsatz warten.

Wer bereit ist, bis zu 85€ für ein solches Shirt zu investieren, wird sicherlich einen angenehmen und zuverlässigen Begleiter auf Touren erhalten.

Wer ist eigentlich Silkbody?

Von wem kommen eigentlich die Produkte mit dem Silkbody Label? Nun, Silkbody ist eine Firma aus Neuseeland, die seit 2002 Produkte aus Seide herstellen. Emely und David Cooper, Tochter und Vater, hoben das Label Silkbody vor 10 Jahren in Dunedin aus der Taufe. Sie berufen sich bei Ihrer Arbeit auf die jahrtausend alte Tradition der Seidenverarbeitung und der seit ebenso langer Zeit bekannten Vorteile dieses Naturprodukts.

Alle Materialien für die Silkbody Produkte kommen aus China. Neben der verwendeten Seide trifft dies auch für die Merinowolle und für die Bauwolle zu.

Wer sich ein Bild machen möchte vom Weg der kleinen Seidenraupe bis zum Silkbody Funtionsshirt, dem sei das folgenden Video empfohlen.

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Die Kanubox – jetzt auch als App

13. Januar 2012 3 Kommentare

Den Kleinanzeigenmarkt für Paddler – die Kanubox – gibt es nun auch zum Mitnehmen. Und zwar als App für das iPhone.

Die Kanubox bietet seit nunmehr gut fünf Jahren Paddlern die Möglichkeit, Boote, Paddel und Zubehör Gleichgesinnten anzubieten. Das Design der Seite ist eher schlicht gehalten, aber schließlich kommt es ja auf den Inhalt an.

Und nun gibt es die Kanubox eben auch als App. Und die gefällt mir recht gut. Die App ist schnell installiert und an die Abfrage der Verwendung der Standortdaten hat man sich wohl mittlerweile gewöhnt. Dies hat dann den Vorteil, daß die Umgebungssuche die angebotenen Artikel in Standortnähe hervorbringt. Hier hat man die Wahl zwischen einer Listen- und einer Kartenansicht.

Bei Interesse kann mit dem Verkäufer per Mail Kontakt aufgenommen werden.

Die App findet man im App-Store zum Preis von 0,79€.

Die Entwickler von der Kanubox-App haben mir freundlicherweise drei  Promocodes zur Verfügung gestellt, die ich gerne unter das paddelnde Volk bringen würde. Den ersten drei Kommentatoren mit valider e-mail Adresse, die Interesse äussern, schicke ich die Promocodes gerne zu.

Endspurt – ein paar Stimmen brauche ich noch

10. Januar 2012 4 Kommentare

So, jetzt geht es um die Wurst…

Ich hatte ja bereits geschrieben, daß ich mich im Rahmen der Gore-Tex Experience Tour für die Teilnahme an der EOFT Outdoor Film School beworben habe. Ende dieser Woche, am 15.01. endet nun die Zeit, in der man per Facebook Stimmen sammeln kann. Unter den Bewerbern mit den meisten Stimmen sucht eine Jury vier Kandidaten aus, die zu dem viertägigen Event eingeladen werden. Schaut man sich die Stimmenverteilung der letzten Tage an, sieht man, daß es langsam hektisch wird und einige andere es mit ihrer Bewerbung leider auch ernst meinen. ;-)

Um auf den Punkt zu kommen – ein paar zusätzliche Stimmen würden meiner Bewerbung ganz gut stehen.

Nun habe ich mir überlegt, wie man eventuell diejenigen unter meinen Lesern, die zwar einen Facebook Account besitzen, aber noch nicht abgestimmt haben, zu einer Stimmabgabe in meinem Sinne überreden könnte. Und dann kam die Idee quasi ganz von alleine. Sollte ich zu den vier auserwählten – aufgrund Eurer Stimmen – gehören, erstelle ich ein Video mit den aufgezeichneten Pleiten, Pech und Pannen unserer Outdoor-Aktivitäten der vergangenen Jahre.

In der Falle auf dem Alfbach

Und ich bin mir sicher, der ein oder andere meiner Buddies erlaubt mir auch die Verwendung von Material, wo es nicht ausschliesslich mich zerrupft. Und da ist schon einiges an Material zusammen gekommen.

Um im Blickfeld der Jury zu bleiben, können ein paar mehr Stimmen sicherlich nicht schaden. Einige der Mitbewerber mögen mehr Freunde bei Facebook haben, aber vielleicht habe ich ja mehr Freunde des Outdoor-Spirit Blogs.

Zum Voting bitte hier entlang. 

Was hättet Ihr von der ganzen Aktion?

Nun, zunächst einmal haue ich nicht mehr jeden, der nicht schnell genug verschwunden ist, um Stimmen an. Zum anderen könnte ich von der Aktion berichten. Doch eigentlich würde ich gerne meine geneigte Leserschaft mit einem Pannenvideo unterhalten und in Zukunft mit weiteren, dann hoffentlich besseren Filmen erfreuen.

Wie zum Beispiel mit solchen von der Geocaching-Tour auf dem Königsjodler Klettersteig.

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Vielen Dank für Eure Hilfe!

Lagerfeuergeschichten 3 – Sunk in MV

6. Januar 2012 1 Kommentar

Wahrscheinlich gibt es zahlreiche Geschichten mit ähnlichem Inhalt und dennoch möchte ich diese auch noch erzählen.

Wie viele andere Geocacher wurden auch wir auf dem Mega-Event Lost-in-MV von einem fiesen Starkregen so richtig durchgeweicht. Unser Zelt hatten wir im hohen Grass aufgestellt und so die leichten Nachteile gerade dieses Platzes wohl nicht bemerkt. Und so nahm der Eventtag seinen Verlauf…

Es war allgemein bekannt, dass die Wettervorhersage nicht die allerbeste war und so nutzen wir was überraschend schöne Wetter am Tag auf dem Eventgelände. Abends dann das Konzert der Dosenfischer in einer der Hallen während draussen die Welt unterging. LED Lampen drinnen, riesige Blitze draussen und dazu das Prasseln der Regentropfen auf dem Hallendach.

Die letzte Zugabe war gespielt, unsere Jungs müde und draussen war es immer noch am Regnen. Egal, ein Bus fährt hier nicht, wir müssen zum Zelt laufen. Angesichts der Pfützen vor der Halle hat sich jeder von uns einen Zwerg geschnappt und in Richtung Zelt getragen – immer einen Weg um die Pfützen suchend. Bis zur Kreuzung. Die stand komplett unter Wasser. Keine Chance, einigermaßen trocken vorbeizukommen. Und hier setzte der “Scheißegal”-Effekt ein – Augen zu und durch. Das Wasser lief oben in die Schuhe.

Unser Wassergrundstück

Unser Zelt stand in Schweden schon einmal im Wasser und als unverbesserlicher Optimist habe ich natürlich darauf gehofft, dass unsere Trutzburg den Widrigkeiten auch diesmal wieder die Stirn bietet. Aber Schweden war schon wieder zwei Jahre her und so ein Zelt wird auch nicht jünger, vor allem, wenn man es benutzt.

Auf der Zeltwiese angekommen, gab jeder Schritt verdächtige Schmatzgeräusche von sich. Doch kein Glück gehabt. Der Zeltboden vom Vorzelt fühlt sich wie ein Wassserbett an. Im Innenzelt scheint alles noch in Ordnung zu sein. Also wie in Schweden – kein Grund zur Panik. Die Zwerge verschwanden schnell im Schlafsack und waren kurz darauf im Land der Träume. Wie kann man bei dem Lärm schlafen fragen wir uns. Eine Unterhaltung ist im Zelt aufgrund des Regenprasselns und des Donnergrollens nicht möglich. Wir müssen uns fast anschreien.

Langsam wird es im Innenzelt auch feucht. Wenn ich mich umdrehe, fängt Mikas Isomatte an zu schaukeln. Die Feuchtigkeit zieht sich an meiner Isomatte hoch und mir bleibt ein trockener Streifen in der Mitte. Und der wird immer kleiner. Also möglichst wenig bewegen. Wir beschliessen nun entgültig, die Sache auszusitzen. Die Jungs schlafen tief und fest und bei uns sind die Schlafsäcke immerhin trocken.

Ich lese noch ein wenig und verfolge die ein oder andere Evakuierungsaktion per Twitter.

Irgendwann bin ich auch eingeschlafen – und wache gegen 5:00 Uhr auf. Eric, der Grosse schaut mich an und meint, ihm wäre kalt. Er pellt sich aus dem Schlafsack und ich sehe, dass in selbigem das Wasser steht. Seit über einer Stunde sei er schon wach, hat sich aber nicht getraut, etwas zu sagen, da wir ja noch geschlafen haben. Ach Eric, Du bist eine Nase!

Gut, dann heisst es jetzt also Abbruch. Das komplette Innenzelt ist mittlerweile klatschnass. Eric bekommt trockene Sachen und wird ins Auto gesetzt. Wir packen alles zusammen und räumen den Kram ins Auto.

Einer bekommt von der ganzen Aktion nichts mit. Mika schläft tief und fest. Er liegt wohl höher als wir anderen und kuschelt sich in seinen warmen und trockenen Schlafsack. Als alles um ihn herum verstaut ist, müssen wir ihn wecken. Natürlich ist er wenig begeistert und will weiter schlafen. Im Auto, Freundchen und nicht im Zelt.

Mika schläft, während um ihn herum evakuiert wird

Das Zelt wird dann als nasser Haufen Stoff in die Dachbox geladen. Zum Glück wohnen meine Großeltern nicht weit weg, wo wir die Ausrüstung trocknen können. Dieses Event war nämlich der Auftakt unseres Urlaubs und ohne diese Möglichkeit, hätten wir wohl erst einmal wieder nach Hause fahren müssen.

Jetzt zeigte sich das ganze Dilemma. Wir standen mit unserer Behausung komplett in einer knöcheltiefen Pfütze. Hier nutzt einfach kein Zelt der Welt mehr, ein Schlauchboot wäre besser gewesen.

Was bleibt von diesem Erlebnis? Auf jeden Fall eine nette Geschichte zum Erzählen und die Erkenntnis, dass die Abdichtung der Zeltnähte am Überzelt eben nur die halbe Miete ist. Ich muss wohl vor der neuen Saison die Nahtbänder der Zeltböden komlett erneuern.

Always bring a throwbag…

6. Januar 2012 Keine Kommentare

Die Jungs vom BombFlow haben es auf den Punkt gebracht – immer Sicherungsmaterial beim Paddeln dabei haben! Und dazu gehört nicht nur der Wurfsack, wie der Titel vermuten lässt, sondern auch der ein oder andere Karabiner oder sogar diverse Bandschlingen und Umlenkrollen.  Das Video zeigt einen fiesen Klemmer, der dank der notwendigen Ausrüstung und Anwendung derselben glimpflich ausgeht. Also – always bring safety gear!

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