Zu Gast beim Wintercamp der Abenteuerschmiede

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Ich bin ein Winter-Freak und bei Kälte und Schnee für viele Aktivitäten draussen zu begeistern. Folgerichtig musste ich gar nicht lange nachdenken, als Axel von der Abenteuerschmiede aus Roetgen bei Aachen im Rahmen eines Eifel Outdoor Weekend zum Winter Camp lud. Am vergangenen Wochenende sollte es von Freitag bis Sonntag ziemlich zwanglos rund um das Thema Outdoor und Winter gehen, wobei jeder Teilnehmer zum Gelingen der Veranstaltung durch eigene Ideen und Mitbringsel beitragen konnte. Ganz grob bestand der Plan aus Wandern, viel mit Feuer “rummachen”, Ausrüstung testen, Trailrunning und ganz viel Spaß haben. Alles konnte, nichts musste…

Winter Camp der Abenteuerschmiede
Winter Camp der Abenteuerschmiede (Foto: Abenteuerschmiede)

Nach einer langen Dienstreise am Freitag, bei der bereits um 3:30 Uhr in der früh der Wecker klingelte, warf ich am frühen Nachmittag noch ein wenig Ausrüstung in den Wagen und begab mich auf den Weg in Richtung Eifel. Gegen 16:00 Uhr erreichte ich das Camp im Auenland Mulartshütte, wo bereits Rauch über dem Lagerfeuer und über einigen Tipis stand. Ein Bild, welches Gemütlichkeit versprach.

Diese Gemütlichkeit zog sich durch den ganzen Abend, wobei das riesige Lagerfeuer der zentrale Platz war. Wie immer eigentlich. Bei leckerem BBQ, dem ein oder anderen Bier und vielen tollen Geschichten verging die Zeit wie im Fluge. Wer wollte, konnte in der feuerbeheizten Wanne unter freiem Himmel ein dampfendes Bad nehmen. Zu später Stunde wurde der Ruf nach etwas Bewegung laut und die ganze Truppe begab sich auf eine Nachtwanderung, die mit ein paar Spielchen garniert wurde.

Sauberkeit muss sein!
Sauberkeit muss sein! (Foto: Abenteuerschmiede)

Die Geschichten am Lagerfeuer zogen sich noch bis halb drei morgens hin und angesichts der sternenklaren Nacht entschlossen sich einige von uns, draussen zu schlafen. Gegen sieben Uhr morgens treibt mich ein menschliches Bedürfnis aus dem Schlafsack. Der Tag ist schon erwacht, doch angesichts der kurzen Nacht, kuschele ich mich noch einmal in die Daunen. Kurze Zeit später erklingen verdächtige Geräusche und ein prüfender Blick verrät mir, dass es Schneeflocken und keine Regentropfen sind. Ich hatte nämlich meinen Biwaksack in der Eile vergessen. Eine gute Stunde später war ich eingeschneit.

Eingeschneit
Eingeschneit

Doch irgendwann muss man den warmen Schlafsack verlassen. Erste Geräusche deuten an, dass das geschäftige Treiben im Camp bereits begonnen hat und wir haben ja auch noch viel vor. Das Feuer wird wieder angefacht und schon bald steht eine riesige Pfanne Rührei mit Speck auf der Glut. Zusammen mit einem Pott Kaffee das richtige Frühstück für hungrige Outdoorer.

Frühstück muss sein
Frühstück muss sein

Angesichts des frischen Schnees wurde die geplante Wanderung in die nähere Umgebung verlegt, um unnötige Fahrerei zu vermeiden. Axel schlug die Struffelt Route vor, die sich als nette, kleine Wanderung von ca. 10 Kilometern entpuppte. Dass wir hier in einer wunderschönen Winterlandschaft wanderten, setzte dem Ganzen noch die Krone auf.

Wanderung auf der Struffelt Route
Wanderung auf der Struffelt Route

Diejenigen, die nicht mit auf die Wanderung kamen, wachten derweil über das Feuer oder gruben Löcher für einen Erdofen, der lecker Hähnchen zum Abendessen bereiten sollte. Auch wurde an den Fertigkeiten fürs Feuermachen gefeilt und selbstgebaute HoBo Öfen ausprobiert.

Zum Abend versammelte sich das Camp wieder um das Feuer. Das Hähnchen aus dem Erdofen war ein Traum, so zart und saftig. Lecker. Als zweiten Gang wurde Erbsensuppe aus dem Dutch Oven kredenzt. Auch diese mundete und ratzifatzi waren beide Töpfe leer. Der Abend klang dann bei dem einen oder anderen Kaltgetränk aus.

Erbsensuppe aus dem Dutch Oven
Erbsensuppe aus dem Dutch Oven (Foto: Abenteuerschmiede)

Die zweite Nacht habe ich in einem der Tipis geschlafen, in dem ein knackendes Feuer brannte und ein gemütliches Schattenspiel an die Spitze des Tipis gezeichnet hat.

Für Sonntag vormittag war ein gemütlicher Trailrun mit Trampelpfad-Lauf.de geplant. Dieser liess – zumindest die Läufer – früher aufstehen und ein bisschen weniger frühstücken.

Der Lauf war ein Erlebnis für sich. Besonders für einen Läufer wie mich, der in seiner Homezone nur platte Joggingrunden findet. Noch immer war die Gegend in schönstes Weiss gewandet und der Schnee knirschte unter den Sohlen der Laufschuhe. Nach knapp 12 Kilometern kam die Läuferschar am Kindergartenwald vorbei, wo ein heißer Tee auf uns wartete.

Trailrun in der verschneiten Eifel
Trailrun in der verschneiten Eifel (Foto: Abenteuerschmiede)

Zurück im Camp ging es langsam ans Aufräumen und Sachen packen. Jedoch nicht, ohne vorher das Feuer noch einmal anzufachen und die restlichen Koteletts auf den Rost zu werfen.

Zur Abreise kam zum bereits einsetzenden Tauwetter auch noch leichter Regen hinzu. So war es auch wettertechnisch ein nahezu perfektes Wochenende. Vielen Dank an die Abenteuerschmiede und natürlich an die Teilnehmer! Es ist immer wieder schön, ein tolles Wochenende unter Gleichgesinnten zu verbringen.

P.S. Zum Schluss ist auch meine gefrorene Badehose wieder geschmeidig geworden.

Gefrorene Badehose
Gefrorene Badehose

 

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6 KOMMENTARE

  1. Ich hatte mich ja neulich schon gefragt, was du für unglaublich Fotos postest! Du im Schlafsack und im Schnee, eine Pfanne auf offener Flamme… Hier also die Erklärung. Es hört wirklich nach einem tollen Wochenende. Ein richtiges Abenteuer, wie ich finde. Schön, hier davon zu lesen.

  2. Mein lieber René,

    du bist zu Unrecht bescheiden!
    An deine Leser: sowohl die Eier als auch die (zum niederknien gute) Erbsensuppe hat René für uns gemacht. Sehr lecker!

    Ein schöner Bericht, der die Erinnerung nochmal auffrischt.
    Vielen Dank, daß ich deine Bekanntschaft machen durfte. Ich freue mich auf das nächste mal.

    Viele Grüße
    Manowela ????

  3. Ha, schöner Bericht von einem coolen Event.
    Von der Tendenz: erste Nacht draußen, zweite im Tipi am offenen Feuer gescheschlafen – bekomme ich Dich ja vielleicht doch noch vom Hot-Camping überzeugt 😉
    Gruß, Robert.

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