Silkbody – Seidenunterwäsche für Draußen

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Oh mein Gott – jetzt werde ich Unterwäschemodel dachte ich mir, als mir die Bergfreunde anboten, Funktionsunterwäsche von Silkbody zu testen. Doch das Ausprobieren ging dann ganz dezent vonstatten und war natürlich eine schweisstreibende Angelegenheit.

Das Objekt der Begierde ist ein Silkspun Long Sleeve Crew und es kam in der Größe M bei mir an.

Zunächst einmal bekam ich einen gehörigen Schreck, als ich die beiliegende Pflegeanleitung sah. Das Dingen sollte beim und nach dem Waschen offensichtlich wie ein rohes Ei behandelt werden. Nur auf links waschen, im Wollwaschgang bei lauwarmen Temeraturen, natürlich mit Wollwaschmittel. Auf gar keinen Fall mit Waschpulver oder gar Beiche. Das Wasser ausdrücken, nicht wringen stand auf dem Zettel. Und, dass man die Kleidungsstücke im Liegen trocknen sollte. Meine Güte…

Doch die Praxis unterscheidet sich dann doch von der Theorie und in dieser stellen sich manche Dinge als wesentlich einfacher dar. Und gerade dieser Umstand führte letztendlich dazu, dass ich dieses Seiden-Shirt recht schnell zu schätzen gelernt habe.

Ich habe mir nun einige Wochen Zeit genommen und das Shirt bei verschiedenen Gelegenheiten und Aktivitäten benutzt. So leistete das Long Sleeve Crew gute Dienste beim winterlichen Joggen, beim Ski fahren und schliesslich auch bei unserer Winter-Eifel-Tour, über die hier noch gesondert berichtet werden soll.

Das Material

Silkbody – der Name ist natürlich Programm und zeigt schon von vornherein das verwendete Material – nämlich Seide. Und Seide als Naturprodukt hat vielfältige Vorteile bei der Verwendung als Base Layer, welche direkt auf der Haut getragen wird. Zu diesen Vorteilen zählen das geringe Gewicht, die Fähigkeit zur Wärmeregulierung und schliesslich auch die Tatsache, dass Gerüche nicht so schnell aufgenommen werden.

Seide auf der Haut sorgt im Winter für eine wärmende Schicht unter weiteren Lagen des Zwiebelprinzips und im Sommer für eine leichte, atmungsaktive Schicht, die den Körper trocken und kühl hält.

Bei dem getesteten Shirt kam ein Material namens Silkspun zum Einsatz. Silkspun weist ein Gewicht von 125 g/m² auf und besteht aus 72% Seide, 13% Merinowolle und 15% Baumwolle.

Der erste Eindruck beim Anprobieren ist positiv – ein angenehmes Tragegefühl gepaart mit einen enganliegendem Schnitt. Für meine einmeterzweiundachtzig lange, eher schlanke Gestalt ist die Grösse M des Shirts wie gemacht. Allerdings soll die Seide auch zum anfänglichen Einlaufen neigen, wovon ich bisher jedoch noch nichts bemerkt habe.

Der Schnitt, die Aufmachung und die Farbe erlauben es auch, das Shirt im Sommer als alleinige Bekleidungsschicht zu tragen, ohne das Gefühl zu haben, im Unterhemd herumzulaufen.

Silkspun im Einsatz

Die ersten Eindrücke vom Material konnte ich beim winterlichen Jogging gewinnen. Als Base Layer unter einer Laufjacke sollte das Material nun zeigen, was es so auf dem Kasten hatte. Und ich habe mir ordentlich Mühe gegeben, um das Shirt voll zu schwitzen. Auch im feuchten Zustand erhält die Seide ein angenehmes Tragegefühl und vor allem kann ich bestätigen, dass das Material auch am Körper recht schnell trocknet. Dies verhindert ein schnelles Auskühlen nach der Anstrengung, wie es mir zum Beispiel mit anderer Funktionsunterwäsche begegnet ist.

Nun ist man meistens nach einer Joggingrunde sowieso ein Kandidat für die heimische Dusche, so dass der vorab beschriebene Umstand hier nicht so ins Gewicht fällt. Allerdings ändert sich das Blatt gewaltig, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, wie zum Beispiel beim Skifahren und beim Wandern.

Bei beiden Aktivitäten habe ich das Shirt über mehrere Tage getragen (ja, ja, rümpft nur die Nasen – zum Geruchsthema komme ich noch) und habe in den Pausen nicht gefroren, obwohl das eine oder andere Mal der Rücken schon leicht feucht war. Und sei es nur durch den Rucksack oder durch schweisstreibende Bewegungen.

Mit der richtigen Bekleidung macht der Winter gleich viel mehr Spass

Ein großer Vorteil – die Geruchsunempfindlichkeit

Und hier kommen wir nun zu einem der großen Vorteile der Seidenunterwäsche im Outdoorbereich – der Eigenschaft, üblen Gerüchen weitestgehend abweisend gegenüber zu stehen. Meine Erfahrungen mit systhetischen Materialen bei Funktionsunterwäsche waren bisher von zwei wesentlichen Merkmalen gekennzeichnet – Feuchtigkeit wird schnell vom Körper weg geleitet und sie riechen schnell unangenehm.

Und gerade der zweite Punkt ist mir am positivsten beim Seiden-Shirt aufgefallen. Die Geruchsbelästigung hält sich auch nach mehreren Aktivitäten in Grenzen. Hier ist der Unterschied zwischen Seide und Kunstfaser am deutlichsten vernehmbar. Auch nach diversen abendlichen Läufen oder mehreren Skitagen hatte man nicht das Bedürfnis, das Shirt in einer luftdichten Tasche aufbewahren zu müssen.

Und wie ist das nun mit der Pflege?

Alles halb so wild. Wie immer! Genau wie bei den anderen Materialien im Outdoorbereich, wie Softshell oder GoreTex muss man halt ein paar Regeln bei der Wäsche einhalten. So auch bei der Seide. Möglichst schonend waschen und ohne Trockner trocknen lassen. Dann steht einer langen Verwendung bei allen möglichen Aktivitäten draussen nichts mehr im Wege.

Das Fazit

Ich war positiv überrascht von den angenehmen Trageeigenschaften des Seidenshirts. Besonders das schnelle Trocknen und die fehlende Geruchsbelästigung haben es mir angetan. Seit ich das Silkbody Long Sleeve Shirt habe, greife ich immer zuerst zu diesem und die Kunstfasershirts müssen ein wenig länger auf ihren Einsatz warten.

Wer bereit ist, bis zu 85€ für ein solches Shirt zu investieren, wird sicherlich einen angenehmen und zuverlässigen Begleiter auf Touren erhalten.

Wer ist eigentlich Silkbody?

Von wem kommen eigentlich die Produkte mit dem Silkbody Label? Nun, Silkbody ist eine Firma aus Neuseeland, die seit 2002 Produkte aus Seide herstellen. Emely und David Cooper, Tochter und Vater, hoben das Label Silkbody vor 10 Jahren in Dunedin aus der Taufe. Sie berufen sich bei Ihrer Arbeit auf die jahrtausend alte Tradition der Seidenverarbeitung und der seit ebenso langer Zeit bekannten Vorteile dieses Naturprodukts.

Alle Materialien für die Silkbody Produkte kommen aus China. Neben der verwendeten Seide trifft dies auch für die Merinowolle und für die Bauwolle zu.

Wer sich ein Bild machen möchte vom Weg der kleinen Seidenraupe bis zum Silkbody Funtionsshirt, dem sei das folgenden Video empfohlen.

 

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