Lagerfeuergeschichten 3 – Sunk in MV

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Wahrscheinlich gibt es zahlreiche Geschichten mit ähnlichem Inhalt und dennoch möchte ich diese auch noch erzählen.

Wie viele andere Geocacher wurden auch wir auf dem Mega-Event Lost-in-MV von einem fiesen Starkregen so richtig durchgeweicht. Unser Zelt hatten wir im hohen Grass aufgestellt und so die leichten Nachteile gerade dieses Platzes wohl nicht bemerkt. Und so nahm der Eventtag seinen Verlauf…

Es war allgemein bekannt, dass die Wettervorhersage nicht die allerbeste war und so nutzen wir was überraschend schöne Wetter am Tag auf dem Eventgelände. Abends dann das Konzert der Dosenfischer in einer der Hallen während draussen die Welt unterging. LED Lampen drinnen, riesige Blitze draussen und dazu das Prasseln der Regentropfen auf dem Hallendach.

Die letzte Zugabe war gespielt, unsere Jungs müde und draussen war es immer noch am Regnen. Egal, ein Bus fährt hier nicht, wir müssen zum Zelt laufen. Angesichts der Pfützen vor der Halle hat sich jeder von uns einen Zwerg geschnappt und in Richtung Zelt getragen – immer einen Weg um die Pfützen suchend. Bis zur Kreuzung. Die stand komplett unter Wasser. Keine Chance, einigermaßen trocken vorbeizukommen. Und hier setzte der “Scheißegal”-Effekt ein – Augen zu und durch. Das Wasser lief oben in die Schuhe.

Unser Wassergrundstück

Unser Zelt stand in Schweden schon einmal im Wasser und als unverbesserlicher Optimist habe ich natürlich darauf gehofft, dass unsere Trutzburg den Widrigkeiten auch diesmal wieder die Stirn bietet. Aber Schweden war schon wieder zwei Jahre her und so ein Zelt wird auch nicht jünger, vor allem, wenn man es benutzt.

Auf der Zeltwiese angekommen, gab jeder Schritt verdächtige Schmatzgeräusche von sich. Doch kein Glück gehabt. Der Zeltboden vom Vorzelt fühlt sich wie ein Wassserbett an. Im Innenzelt scheint alles noch in Ordnung zu sein. Also wie in Schweden – kein Grund zur Panik. Die Zwerge verschwanden schnell im Schlafsack und waren kurz darauf im Land der Träume. Wie kann man bei dem Lärm schlafen fragen wir uns. Eine Unterhaltung ist im Zelt aufgrund des Regenprasselns und des Donnergrollens nicht möglich. Wir müssen uns fast anschreien.

Langsam wird es im Innenzelt auch feucht. Wenn ich mich umdrehe, fängt Mikas Isomatte an zu schaukeln. Die Feuchtigkeit zieht sich an meiner Isomatte hoch und mir bleibt ein trockener Streifen in der Mitte. Und der wird immer kleiner. Also möglichst wenig bewegen. Wir beschliessen nun entgültig, die Sache auszusitzen. Die Jungs schlafen tief und fest und bei uns sind die Schlafsäcke immerhin trocken.

Ich lese noch ein wenig und verfolge die ein oder andere Evakuierungsaktion per Twitter.

Irgendwann bin ich auch eingeschlafen – und wache gegen 5:00 Uhr auf. Eric, der Grosse schaut mich an und meint, ihm wäre kalt. Er pellt sich aus dem Schlafsack und ich sehe, dass in selbigem das Wasser steht. Seit über einer Stunde sei er schon wach, hat sich aber nicht getraut, etwas zu sagen, da wir ja noch geschlafen haben. Ach Eric, Du bist eine Nase!

Gut, dann heisst es jetzt also Abbruch. Das komplette Innenzelt ist mittlerweile klatschnass. Eric bekommt trockene Sachen und wird ins Auto gesetzt. Wir packen alles zusammen und räumen den Kram ins Auto.

Einer bekommt von der ganzen Aktion nichts mit. Mika schläft tief und fest. Er liegt wohl höher als wir anderen und kuschelt sich in seinen warmen und trockenen Schlafsack. Als alles um ihn herum verstaut ist, müssen wir ihn wecken. Natürlich ist er wenig begeistert und will weiter schlafen. Im Auto, Freundchen und nicht im Zelt.

Mika schläft, während um ihn herum evakuiert wird

Das Zelt wird dann als nasser Haufen Stoff in die Dachbox geladen. Zum Glück wohnen meine Großeltern nicht weit weg, wo wir die Ausrüstung trocknen können. Dieses Event war nämlich der Auftakt unseres Urlaubs und ohne diese Möglichkeit, hätten wir wohl erst einmal wieder nach Hause fahren müssen.

Jetzt zeigte sich das ganze Dilemma. Wir standen mit unserer Behausung komplett in einer knöcheltiefen Pfütze. Hier nutzt einfach kein Zelt der Welt mehr, ein Schlauchboot wäre besser gewesen.

Was bleibt von diesem Erlebnis? Auf jeden Fall eine nette Geschichte zum Erzählen und die Erkenntnis, dass die Abdichtung der Zeltnähte am Überzelt eben nur die halbe Miete ist. Ich muss wohl vor der neuen Saison die Nahtbänder der Zeltböden komlett erneuern.

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1 KOMMENTAR

  1. Also jetzt stellt euch mal nicht so an! Bei uns war doch alles trocken……im Wohnwagen!
    Nein Scherz beiseite. Der Tipp mit der Betonplatte hat uns dort gerettet, während um uns herum alle im mehr oder weniger tiefen Wasser standen, äh schliefen.

    http://goo.gl/FC4zl

    Aber das sind die Geschichten, die man wohl nicht so schnell vergisst.

    Gruß aus Scarhem vom Spürhasen.

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