Ich trag ´ne Matte, aber keine langen Haare.

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Bevor es los geht: Zuerst hatte ich den Titel dieser Geschichte aus der Unsichtbarkeit befreit. Und als er da so lesbar stand erinnerte er mich fatal an den Dosenfischer Song der gleichnamigen singenden Geocacher. Allerdings hat der Bericht hier nix mit Geocachen zu tun. Dafür handelt es sich um einen Bericht über eine Matte, obwohl ich kein Mattenträger bin.

Wie so oft kommen neue Ideen in einem Rausch. Das muß nicht immer schlimm sein. Es gibt Räusche die völlig gesundheitsneutral sind. Dieser hier war so gesunder. Er hatte dafür negative Konsequenzen für unser Konto 😉 Es geht konkret um den Kaufrausch, und zwar speziell um den durch die Outdoor-Urlaubsvorfreude angeheizten Kaufrausch. Denn egal was man an Ausrüstung schon hat, beim Durchblättern der Kataloge und Webseiten finden sich immer wieder einige neue „must have“ Artikel, die versprechen den nächsten Outdoor-Aufenthalt bequemer, schöner, sicherer zu gestalten oder gar erst möglich zu machen. Unsere nächste Aktion ist eine Kanutour auf der Loire. Das erste Mal mit unserem kleine Sohn im Kanu unterwegs auf Mehrtagestour. Der zugehörige Kaufrausch rauscht schon länger. Um den Kurzen mitnehmen zu können „mussten“ wir von Seekajaks auf Kanadier umsteigen, weil wir im Auto immer soviel Kram drinhaben, brauchen wir ‘ne Dachbox. Damit die Dachbox neben den Kanadier passt, brauchen wir einen richtig breiten Zölzer Dachgepäckträger. Dann ist natürlich das 2-Mann Zelt viel zu eng für uns drei (wir haben das im Garten probiert, geht gar nicht). Der Kurze braucht einen Schlafsack, die Kocher- Kapazität muss vergrößert werden und da wir schon dabei sind haben wir unseren Trangia auf Gas umgestellt.

Aber wir wollten ja über die Matte reden. Dass wir zur Loire zum Paddeln wollen hatte ich bereits erwähnt. Von uns aus kann man auf dem Weg dorthin ganz entspannt im Boulder Eldorado Fontainebleau einen Zwischenstopp einlegen. Ich bin zwar eher der Sportkletterer, doch bei passendem Gelände stelle ich mir bouldern familientauglicher vor. Die Beschreibungen und Erzählungen von Bleau’schen Wald unterstützten mich da. Der Kleine muß dann nicht so lange am Stück Autofahren, und Papa kann das berühmte Bouldergebiet erkunden.

Dann kamen diese Fragen meiner lieben Frau, was ich mir denn zum Geburtstag wünschen würde. Einen Paddelpulli hab ich mir gewünscht. Aber die Fragen gingen weiter: ob ich denn nicht ‘ne Bouldermatte gebrauchen könnte, ob das nicht sicherer mit Bouldermatte wäre, und ob ich den lieber eine zum Falten oder eine mit Reißverschluß hätte. Die Sicherheit schien ihre Motivation zu sein. Aber nur für einen Zwischenstopp in Bleau ‘ne Matte kaufen ist doch irre, dann klettere ich halt nicht so hoch oder suche mir Quergänge oder was mit Sand davor…

Eines Abends komme ich müde nach Hause, mein Sohn (1 1/2 Jahre) tobt auf einem riesigem Paket der Bergfreunde rum, rupft die Verpackung schon auseinander und läßt sich immer wieder mit Wonne auf das Paket plumsen. Mein Geburtstagsgeschenk ist da: die Bouldermatte, obwohl ich doch kein Mattenträger bin. Aber auch dafür hat meine Frau eine Lösung: nach dem Urlaub kommt die Matte ins Spielzimmer, soll der Kleine drauf toben.

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