Den richtigen Durchblick für Draussen – Sportbrillen in Sehstärke

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Mittlerweile gehören coole Sonnenbrillen zum festen Bestandteil der Ausrüstung der meisten Outdoor Aktivitäten. Hier hat sich ein eigenes Markstsegment entwickelt, welches durch etablierte sowie auch neue Brillenanbieter adressiert wird. Man kann zwischen unendlich vielen Formen, Farben und Einsatzgebieten wählen und dabei nebenbei viel Geld ausgeben.

Doch was für Optionen hat der outdoor-affine Brillenträger?

Der Otto-Normal-Brillenträger wird nun vermutlich auf Kontaktlinsen verweisen oder auf normale Sonnenbrillen mit geschliffenen Gläsern. Alles richtig und wer Kontaktlinsen tragen kann oder wem eine normale Sonnenbrille in Sehstärke reicht, der ist damit sicherlich auch gut bedient und zählt nicht zur Zielgruppe dieses Beitrages. 😉

Ich habe wohl recht komische Augen, die nicht nur mit einer Weitsichtigkeit gesegnet sind, sondern auch mit einer Hornhautverkrümmung.  Diese und weitere Faktoren lassen für mich Kontaktlinsen ausscheiden. In meiner Jugend habe ich mal harte Linsen ausprobiert. Das war kein Spaß! Und schliesslich habe ich das Kapitel Kontaktlinsen kürzlich endgültig für beendet erklärt, nachdem mir nahegelegt wurde, dass selbst weiche temporäre Linsen für meine Augen sehr teuer sein würden.

Also wieder das Augenmerk (!!!) auf die Sonnenbrille gelegt.

Zum Skifahren, Bergsteigen, Mountainbiken eignen sich die typischen Sportbrillen mit ihren seitlich herumgezogenen Gläsern ganz hervorragend, da sowohl Fahrtwind von den Augen ferngehalten werden kann wie auch seitlich einfallendes Sonnenlicht.

Adidas Evil Eye Pro
Adidas Evil Eye Pro

Vor etlichen Jahren hatte ich mich für eine Adidas Evil Eye Pro entschieden. Auf die Frage nach Sehstärken riet mir der damalige Optiker von geschliffenen Gläsern ab mit dem Hinweis, dass die Technologie nicht so richtig gut wäre und etliche seiner Kunden die Gläser enttäuscht zurück bringen würden.

Die Alternative war ein Clip mit optischen Gläsern in meiner Sehstärke, der in die Evil Eye hineingeclipt wird. Vorteil: Man kann die Gläser der Evil Eye austauschen oder nachkaufen, da diese keine optische Korrektur aufweisen müssen. Nachteil: Das Sichtfeld war schon etwas eingeschränkt, wenn man die große Fläche der eigentlichen Brillengläser bedenkt. Zudem sah es reichlich bescheuert aus, wenn man durch die helleren Gläser den Clip sehen konnte. Trotz allem war die Evil Eye mit dem Clip über die Jahre ein guter Begleiter auf der Skipiste, in den Bergen, auf dem Wasser oder einfach nur am Steuer eines Autos.

Evil Eye mit Brillenclip in Sehstärke
Evil Eye mit Brillenclip in Sehstärke

Der Auslöser für diesen Bericht kam im Frühling diesen Jahres. Beim Korschenbroicher Citylauf war ein Stand vom Optiker Commer aus Neuss vertreten und pries optische Sonnenbrillen an. Aus meiner beiläufigen Frage, ob sich an der Technologie der Sportbrillen mit Sehstärke in den letzten Jahren etwas getan hätte, ergab sich ein interessantes Gespräch und der Vorsatz, so schnell wie möglich im Ladenlokal vorbei zu schauen.

Um es kurz zu machen – ich habe jetzt in meiner Adidas Evil Eye Pro optische Gläser mit den Korrekturen, wie ich sie auch in meiner Alltagsbrille habe. Nach all den Experimenten und Zwischenlösungen ist die Sportbrille für mich als Brillenträger nun eine echte Offenbarung. Rundumsicht in meiner Sehstärke. Natürlich hat dies auch Nachteile. Ich kann jetzt keine Austauschgläser “von der Stange” kaufen. Und so ganz billig sind meine Gläser jetzt auch nicht. Die Investition in ein zweites Paar hellere Gläser habe ich auf nächstes Jahr verschoben.

Also, wer in der gleichen Situation ist wie ich, ruhig mal nach den optischen Gläsern bei Sportbrillen fragen. Es lohnt sich!

Und wer dann noch aus der Gegend rund um Neuss kommt, kann ruhig bei Optik Commer vorbei schauen. Die Beratung ist einfach klasse!

 

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2 KOMMENTARE

  1. Hallo René,
    das geht leider nur bis zu einer bestimmten Sehstärke bzw. -schwäche gut. Dadurch, daß die Gläser bei den enganliegenden Sportbrillen zwangsläufig sehr nahe an die Augen kommen, müssen sie stärker als normale Gläser gekrümmt sein, .Ganz wichtig ist bei outdoor-Aktivitäten, dass man beim Nachuntenschauen keine Verzerrungen hat. Wer nämlich beim Bergwandern nicht genau sieht, wo die Füsse aufhören, wird beim Treten unsicher. Also nicht nur geradeaus auf die Buchstabentafel schauen und hier gut gucken können, sondern auch auf Verzerrungen im unteren Sehbereich achten.Beim Radsport ist das vielleicht nicht der Focus, aber ich hab viel Geld ausgegeben und hab bei der ersten Bergtour das Teil nach zehn Minuten wieder eingepackt und seitdem nicht mehr benutzt.

  2. Richtig Dietmar. Auf den Punkt bin ich gar nicht eingegangen. Der Optiker hat natürlich anhand der Werte vorab geprüft, ob sich die Sehstärken auf den gewölbten Gläsern umsetzen lassen. Da gibt es in der Tat Grenzen.

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