Barfußlaufen mit den Vibram Five Fingers – Ein kurzes Fazit

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Das Barfußlaufen scheint wieder in Mode zu kommen, was man nicht zuletzt an dem steigenden Angebot an Barfußschuhen auf dem Markt beobachten kann. Zudem setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass das natürliche Laufen durchaus gesund ist und Gelenkproblemen, wie zum Beispiel am Knie, entgegen wirken kann.

Ein Anbieter solcher Barfußschuhe ist Vibram, der mit der Five Fingers Serie auch optisch Akzente setzt.

Ich habe zwei Paar Five Fingers im Einsatz. Bereits seit längerem benutze ich das Modell Flow für Wassersportaktivitäten. Vor kurzen ist dann ein Paar Treksport für die landbasierte Fortbewegung hinzugekommen.

Vibram Five Fingers Flow

Wie bereits erwähnt, ist der Flow der Barfußschuh für den geneigten Wassersportler. Entscheidender Unterschied ist hier, dass 2mm dickes Neopren als Obermaterial verwendet wird. Die Sohle besteht, wie bei anderen Modellen auch, aus Naturkautschuk. Das Profil der Sohle ist eher glatt und damit quasi nicht vorhanden.

Ich benutze den Schuh wie erwähnt für alle möglichen Wassersportaktivitäten. Und hier spielt der Flow seine Vorteile aus. Der Schuh sitzt fest am Fuß und kann nicht von der Strömung davongetragen werden. Die Sohle hingegen bietet Schutz vor spitzen oder scharfkantigen Steinen am Boden – oder auch vor Kronkorken oder Glasscherben in Ufernähe am Baggersee. Auf glatten Untergründen bietet die Sohle trotz der geringen Profilierung genügend Halt.

Als Wildwasserpaddler, der oft im kleinen Spielboot unterwegs ist, kann ich noch einen kleinen Vorteil beisteuern: Man hat festes Schuhwerk an und paßt dennoch ins enge Boot.

Das etwas dickere Neopren als Oberschicht bedarf allerdings etwas Fummelarbeit beim Sortieren und Einfädeln der Zehen. Beim längeren Tragen machen sich bei mir die Neoprenschichten zwischen den Zehen durch Druckgefühl bemerkbar.

Auf der Vibram Webseite zum Flow wird der Schuh zum Laufen bei kalter Witterung empfohlen. Nun ja, beim Bootsschleppen über einige hundert Meter auf Eis und Schnee wären mir fast schon mal die Zehen abgefroren. Dann würde ich wohl eher zusätzlich auf die ebenfalls angebotenen Zehensocken zurückgreifen.

Vibram Five Fingers Treksport

Den Treksport habe ich mir Anfang des Sommers gekauft. Ein Auslöser war sicherlich die Lektüre des Buches “Born to Run” von Christopher McDougall. Die Theorien des Buchs fielen bei mir auf fruchtbaren Boden und ich wollte der Theorie nun auch die Praxis folgen lassen.

Die Five Fingers Treksport haben auch wieder eine Naturkautschuksohle, die bei diesem Modell eine ausgeprägte Profilierung aufweist. Das Obermaterial besteht aus einer atmungsaktiven Naturfaser, welches deutlich dünner daher kommt als das Neopren beim Flow.

Durch die leichteren und dünneren Materialien ist der Schuh deutlich flexibler und das Einsortieren der Zehen geht wesentlich leichter.

Die Sohle schützt natürlich auch hier vor Verletzungen der Haut und vor peinlichen Gesichtsausdrücken, gibt aber dennoch ausreichend Feedback über den Untergrund. Steine tun also nicht weh, man weiß aber, wo man gerade raufgetreten ist.

Das Laufen (im Sinne von Joggen) will dann aber gelernt werden. Einfach wie bisher mit den Fersen aufkommen und abrollen macht man vielleicht ein paar Mal und merkt recht schnell, dass das keine gute Idee ist. Beim Barfußlaufen will man mit dem Vorder- bis Mittelfuß aufkommen, um die Federmechanismen des eigenen Bewegungsapparates voll zu nutzen. Daran muß man sich gewöhnen. Meine ersten beiden Barfußläufe über 10 km resultierten auch folgerichtig in den wildesten Muskelkatern, die ich je in den Waden hatte. Aber das geht vorbei.

Bereits jetzt kann ich sagen, dass die Belastungen der Knie beim Barfußlaufen deutlich zurückgehen. Im Ernst, bei den Läufen habe ich die Knie nicht im Ansatz gespürt.

Fazit:

Auch wenn die Five Fingers ungewöhnlich aussehen und für einige Aufmerksam sorgen, möchte ich sie nicht mehr missen. Meine Waden gewöhnen sich langsam an die neue Herausforderung und nehmen mir die längeren Läufe nicht mehr ganz so lange übel.

Trotz allem gilt – wenn der Untergrund und das Wetter passen – am besten ganz ohne Schuhe.

Und für den Winter besorge ich mir noch Zehensocken…

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